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Startschuss für die Sanierung unseres Ackers in Kreuth

Aktualisiert: 5. Apr. 2023

Der Winter ist vorbei und die Sonne lockt langsam, aber sicher die Frühjahrsblüher auf den Wiesen hervor. Zeit, dass auch wir die neue Saison in Angriff nehmen.


Zusammen mit unserem befreundeten Gärtner, Moritz Karpf, haben wir begonnen, die Probleme der vergangenen Erntesaison aufzuarbeiten und auf Ursachenforschung zu gehen. Nach einer Spatenprobe und etwas Recherche ist nun auch klar, wo genau das Problem liegt und wie es behoben werden kann.



„Die Sache ist relativ klar. Die Verdichtungen sind hauptsächlich im oberen Bereich. Es ist einfach zusammen getrampelter Lehm. Man sieht sofort, dass die Wurzeln vom Gras nicht sehr ausgeprägt sind. Die Auflage wie erwartet sehr dünn ist.“ - Zitat Moritz Karpf –


Das Problem

Der Boden ist ein schwerer Lehmboden mit einer Humus-Lehmschicht von ca. 25 cm. Darunter kommt eine Lehm-Kiesschicht. Der Grund, warum die Pflanzen letztes Jahr nach kurzer Zeit nicht weitergewachsen sind, liegt darin, dass der Kompost einfach auf die Wiese gegeben wurde, ohne sie zu bearbeiten. Der vorhandene Boden hatte sich über die Jahre stark gesetzt und beim Anlegen der Hügelbeete wurde er zudem mit schweren Maschinen befahren. So ein Boden muss zunächst gepflügt und tiefengelockern werden, bevor darauf Gemüse angebaut werden kann,


Vorgehensweise zur Sanierung

Im April werden wir anfangen, den Boden mit Gründüngung aufzubessern. Dafür machen wir alle jetzt noch auf der Fläche wachsenden oberirdischen Pflanzenteile klein und arbeiten sie behutsam in den Boden ein. So kann ein Verrottungsprozess beginnen, der im Frühjahr ca. 2-3 Wochen dauert. Um diesen Prozess noch zu beschleunigen, legen wir ein Vlies über die Beete, das die Temperatur und somit die Geschwindigkeit der Umsetzung erhöht. Ein weiterer Effekt der Abdeckung ist, dass vorhandenes Unkraut schneller keimt. Das keimende Unkraut kann dann, kurz vor dem Säen einfach abgeflammt werden. Somit bewegen wir den Boden nicht und holen keine neuen Unkrautsamen nach oben.


Sobald unser Saatbeet bereit ist, geben wir großzügig eine Mischung aus tiefwurzelnden Gründüngungen auf die Fläche und ein einige, die oberflächig stark wurzeln. Die Mischung besteht aus Ackerbohne, Platterbse, Wicke, Luzerne, Ölrettich und ein wenig Buchweizen und Phacelia. Wir rechen die Samen leicht ein und drücken sie, wenn möglich, sanft an.


Anschließend werden die Beete wieder mit dem Vlies abgedeckt. Steht die Gründüngung kniehoch, lockern wir den Boden mit der Broadfork in der Tiefe auf, ohne den Boden zu wenden. Dadurch kann die Gründüngung in tiefere Schichten vordringen und füllt so die Risse auf.


Die Gründüngung steht insgesamt mindestens 10 Wochen. Anschließend kann der Prozess wiederholt werden. Die Pflanzenmasse wird erneut eingearbeitet und neu ausgesät oder man lässt die Gründüngung einfach umkippen, wodurch sie sich selbst wieder aussamt. Das hat den Vorteil, dass eine dichte Matte kohlenstoffreiches Material übrigbleibt, dass sich wie eine Decke über den Boden legt und die Arbeit der Bodenlebewesen darunter befördert.


Diese Prozedur wird unsere Aufgabe für das kommende Jahr sein. Weiterhin ist es ein langfristiges Ziel immer mehr Organik in den schweren Lehmboden zu bekommen, um größere Poren zu schaffen. Diese Poren bieten den Pflanzen Raum zum Wurzeln. Zudem kann durch diese Wasser abgeleitet und so Staunässe verhindert werden.


Mit diesem Plan wird unser Acker fit für 2024 gemacht und zudem die Bodenqualität langfristig verbessert!

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